12. Mai 2026
Studie zeigt breite Unterstützung für Windenergie in der Region St.Gallen
Eine aktuelle Studie der Universität St.Gallen zeigt: Die Windenergie stösst in der Region St.Gallen auf eine breite Akzeptanz. Rund drei Viertel der befragten Bevölkerung würden einem hypothetischen Windpark «Petra und Paula» am Stadtrand von St.Gallen zustimmen.
Besonders in der Stadt St.Gallen ist die Zustimmung hoch – hier spricht sich eine klare Mehrheit deutlich für das Projekt aus.
Die Untersuchung wurde vom Institute of Responsible Innovation, Sustainability and Energy (RISE‑HSG) durchgeführt und basiert auf einer repräsentativen Befragung von über 300 Personen aus der Stadt St.Gallen und den umliegenden Gemeinden. Den Teilnehmenden wurde der Windpark anhand realitätsnaher Visualisierungen vorgestellt und anschliessend ihre Haltung dazu erfragt.
Warum Kritik oft besonders sichtbar ist
Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft die Rolle von Emotionen in der öffentlichen Debatte: Während nur rund elf Prozent der Befragten den Windpark klar ablehnen, äussert diese Minderheit besonders starke negative Gefühle. Demgegenüber zeigt sich die deutlich grössere Gruppe der Befürworterinnen und Befürworter emotional eher ruhig. Laut Studienleitung erklärt diese «emotionale Asymmetrie», weshalb kritische Stimmen in öffentlichen Diskussionen oft besonders präsent erscheinen.
Welche Projektmerkmale entscheidend sind
Die Forschenden haben zudem untersucht, welche Projektmerkmale die gesellschaftliche Akzeptanz beeinflussen. Besonders wichtig sind demnach glaubwürdige Projektmerkmale: Windturbinen europäischer Hersteller, der Einsatz nachhaltiger Materialien sowie regionale und diversifizierte Besitzstrukturen erhöhen die Zustimmung deutlich. Finanzielle Beteiligungsmodelle wie ein Windzins können die Akzeptanz zusätzlich stärken, spielen jedoch eine geringere Rolle als die genannten Projektmerkmale.
Relevanz der Ergebnisse für den Kanton St.Gallen
Die Ergebnisse liefern wertvolle Hinweise für die Entwicklung künftiger Windenergieprojekte im Kanton St.Gallen. Der Kanton hat in seinem Richtplan bereits mehrere Wind‑Eignungsgebiete festgelegt. Die Studie zeigt, dass eine transparente Planung, die Wahl geeigneter Technologien und der Einbezug regionaler Akteure entscheidend dazu beitragen können, die bestehende grundsätzlich positive Haltung in der Bevölkerung zu festigen.
Hier finden Sie die vollständige Medienmitteilung der Universität St.Gallen sowie die Präsentation der Studienergebnisse.